Moerser Str. 167, 47475 Kamp-Lintfort

Ist Kamp-Lintfort nur eine etwas kleinere Version der Megastadt Johannesburg? Ein Ausstellungsbesuch

 

„Mir ist aufgefallen, wie viel Stimmung man in einem einzigen Foto oder Gemälde einfangen kann“, meint Kathrin. Sie war mit ihrem Kunst-Kurs der Jahrgangsstufe 13 Ende November im Folkwang-Museum in Essen: Im Rahmen des Kunstunterrichts hatte die Schülergruppe den zeitgenössischen Künstler William Kentridge aus Südafrika kennengelernt. Aus diesem Grund besuchten die Schülerinnen und Schüler die große Ausstellung des Künstlers in Essen.

Kathrin berichtet: „Schon beim Betreten des Museums war ich von der Architektur beeindruckt. Das Gebäude wirkt sehr oen und hell, weil viel Glas verwendet wurde. Dadurch fühlt man sich willkommen und kann sich gut orientieren.“

Die Kentridge-Ausstellung

Genau hier im Museums-Foyer begrüßte Laura, eine Museumsmitarbeiterin, die Gruppe aus Kamp-Lintfort. Sie führte durch die Ausstellung von William Kentridge. Gleich im zweiten Saal sah die Gruppe ein Video, welches sie schon aus dem Kunst-Unterricht sehr gut kannte: „Mine“ aus dem Jahr 1991. Dieser Film war Anregung für eigene Video-Animationsfilme gewesen, die die Schüler im Unterricht in wochenlanger Fleißarbeit gestaltet hatten.

Faisan meint: „Man hat auch gemerkt, dass die Führerin davon begeistert war, dass wir auch schon einiges wussten und an Vorwissen mitgebracht haben.“ Laura hat die Schülerinnen und Schüler immer mit eingebunden, etwa Fragen gestellt. Das blieb der Gruppe sehr positiv im Gedächtnis. 

Vor einem Bild von William Kentridge – ein Wandteppich

Faisan ergänzt: „Wir haben auch noch andere Kunst-Videos von Kentridge gesehen, die sehr spannend waren.“ Nele erinnert sich, dass viele aus der Gruppe relativ viel zu den Kunstwerken sagen konnten, weil sie im Unterricht schon einiges über den Künstler erlernt hatten. Ein Beispiel war etwa das für Kentridge typische Tier-Symbol des Nashorns (auch Rhinozeros genannt): Es steht für die Freiheitsrechte in Südafrika, welche leider lange Zeit dort für viele Menschen nicht gegeben waren. 

Manchmal hatte man den Eindruck, der Künstler aus Südafrika öffnete einigen Schülern die Augen: Ist Kamp-Lintfort etwa nur eine kleinere Version vom südafrikanischen Johannesburg (mit fast fünf Millionen Einwohnern)? Gemeinsam haben die südafrikanische Großstadt und Kamp-Lintfort etwa, dass vor der Gründung der Stadt erst die Bergwerke entstanden: Die Kohlezeche am Niederrhein, die Goldgruben in Südafrika. Beide Städte entwickelten sich rasant: Getrieben durch Suche nach Arbeit, Geld, Zuwanderung und Hoffnung auf ein besseres Leben, unter oft schwierigen und gefährlichen Arbeits- und Lebensbedingungen. Inzwischen sind in beiden Städten die großen Bergwerke geschlossen und die Menschen müssen sich durch den ständigen Wandel permanent umorientieren.

Bilder erzählen mehr als 1000 Worte?

Ein kreativer Gestaltungs-Workshop

Nach dem Besuch der William Kentridge-Ausstellung war Gelegenheit, in einem Workshop in Form von Collagen die vielen Eindrücke in eigenen Bildern zu verarbeiten. Die Schülerinnen und Schüler fanden den Workshop „ganz cool“, weil sehr, sehr viel Material zur Verfügung stand. Sie lobten, dass es keine engen Vorgaben im Workshop gab, so dass man die Bilder so gestalten konnte, wie man wollte.

Nach Besuch der William Kentridge – eigenes Gestalten in Form von Collagen

Weitere Erkundung des Museums

Anschließend war noch Gelegenheit, das Museum selbst zu erkunden. Ausgerüstet mit dem Grundriss-Plan des Museums sollte jeder sich ein oder zwei Lieblings-Kunstwerke im Museum aussuchen. Außerdem sollte man den Mitschülern jeweils vor dem Kunstwerk erzählen, was man an dem Werk so besonders oder eindrucksvoll findet.

Kathrin berichtet: „Die Mitarbeiterin des Museums erklärte uns, dass das Museum Folkwang für seine bedeutende Sammlung moderner Kunst bekannt ist. Wir sahen Werke von berühmten Künstlern wie van Gogh und von vielen anderen. Besonders interessant fand ich, wie unterschiedlich die Malstile waren. Manche Bilder waren sehr realistisch, andere eher abstrakt. Es war sehr interessant, sich jede Kunst dort anzuschauen.“ Die Gruppe erinnerte sich, dass in jedem Museums-Saal, in dem man hereingekommen war, kreuz und quer gemischt Kunst hing: „Überall war was Neues“.

Die Schülerinnen bewiesen einen guten Geschmack: Sie hatten unter Anderem Bilder und Werke von Rene Magritte, Max Beckmann und Nam Jun Paik, einem Videokünstler aus Korea, ausgesucht.

Kathrin erzählt weiter: „Dort hingen viele beeindruckende Bilder, die ganz unterschiedliche Themen und auch Farben zeigten, zum Beispiel Menschen auf der Straße, Landschaften oder politische Ereignisse.“ 

Fazit

Kathrin zieht Bilanz: „Insgesamt hat mir der Besuch im Museum Folkwang sehr gut gefallen. Ich habe gemerkt, dass Kunst viel vielfältiger ist, als ich vorher dachte. Manche Werke haben mich zum Nachdenken gebracht, andere einfach nur beeindruckt. Ich würde das Museum auf jeden Fall weiterempfehlen.“