Kathi Russ, 13: „Hector und die Entdeckung der Zeit“ von François Lelord

Existiert die Zeit überhaupt, wenn das Vergangene vergangen ist, die Gegenwart augenblicklich Vergangenheit wird und das Zukünftige sich noch nicht ereignet hat?

Genau diese Frage, die man auf dem Buchumschlag finden kann, hat mich dazu überredet das Buch zu kaufen. Ich bin auf das Buch durch einen Büchertrödel in der Mediathek in Kamp-Lintfort gestoßen. Und ich kann nur sagen, dass es nun mein Lieblingsbuch ist.

Angaben zum Autor:

     

François Lelord, geboren 1953, studierte Medizin und Psychologie und wurde Psychiater, schloss jedoch seine Praxis, um zu reisen und sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. Er lebt mit seiner Frau in Paris und Thailand.

 

Hector und die Entdeckung der Zeit“ ist der dritte Band aus einer Sammlung von insgesamt sieben Bänden des Piper- Verlags. Der Bestseller wurde von François Lelord geschrieben und 2006 vorerst in französisch veröffentlicht. Es handelt sich hier um ein Werk der Psychologie-Fiktion.

Wie der Name schon verrät, ist Hector der Protagonist der Handlung. Hector ist ein Mann mittleren Alters, der eine eigene Praxis als Psychiater betreibt. Durch seine Arbeit begegnet er vielen Menschen mit vielen verschieden Problemen, die sie bedrücken. Doch auch Hector hat kein einfaches Leben. Auch er wird geplagt von Gewissenskonflikten und Beziehungsproblemen mit Frauen. Irgendwann fällt Hector auf, dass viele seiner Patienten Probleme mit der Zeit haben. Eine Frau erklärt ihm, dass sie das Gefühl hat, als hätte sie eine Uhr im Bauch und käme nicht aus der Alltagsroutine heraus, eine andere Frau findet, dass die Zeit viel zu schnell vergeht und will sich durch Cremes jung halten, wohingegen ein Junge am liebsten die Zeit beschleunigen möchte. Um seinen Patienten helfen zu können, schreibt Hector sogenannte „Zeit-Etüden“, welche Ratschläge beinhalten wie zum Beispiel, dass der Junge sein Leben in „Hundejahre“ zählen könnte, um eine andere Wahrnehmung für seine Lebenszeit zu bekommen. Doch ein alter Bekannter von Hector wird vermisst, weshalb er sich selbst auf die Suche nach ihm begibt und so bis ans andere Ende der Welt fliegt und unter anderem die Eskimosprache lernt.

Während ich das Buch lese, habe ich das Gefühl, dass man selbst sich mittherapiert. Viele von den Fragen und Problemen sind mir selbst auch schon mal im Alltag begegnet und manche Tipps von Hectors Zeit-Etüden helfen wirklich, einen anderen Blick aufs Leben und die Zeit zu haben. Ich finde das Buch besonders gut, weil es zum Nachdenken anregt und unterhält. Der Psychiater Hector ist ein sehr sympathisch dargestellter Charakter, der dem Leser die Möglichkeit, bietet die Welt aus der Sicht eines „Arztes“ zu sehen. Beziehungsweise durch Hector wird deutlich, dass Psychiater auch ganz normale Menschen mit ganz normalen Problemen sind und man entwickelt ein Empathie-Gefühl. Ich persönlich bin zudem begeistert, wenn Bücher (wie beispielsweise die Hector-Bände) in kurze Kapitel eingeteilt sind. So bin ich eher motiviert, noch vor dem Schlafen ein paar Seiten zu lesen.

Des Weiteren finde ich, dass die Erzählkunst von François Lelord zu loben ist. Er beschreibt die Geschichte, als wäre man hautnah dabei. Zu bemängeln finde ich, dass der Flug etwas zu intensiv beschreiben wurde.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass François Lelord es schafft, den Leser mit „Hector und die Entdeckung der Zeit“ zum Nachdenken anzuregen und den Alltag zu entschleunigen.

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