Lotte Breitenfeld, Jg13: Das Haus der Angst v. D.R.Koontz

Dean Ray Koontz: Das Haus der Angst (1982, 286 Seiten)

Im Klappentext heißt es: „Schreckliche Dinge geschehen im Krankenhaus einer Kleinstadt im amerikanischen Mittelwesten. Als die Atomphysikerin Susan Thornton nach wochenlangem Koma wieder zu Bewusstsein kommt, gerät sie in einem Alptraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Die Toten leben, die Lebenden sind tot…“

Meinung:

„Es hing nicht mit dem Vorhang an sich zusammen. Aber die Anwesenheit einer zweiten Person im Zimmer – einer Sterbenden … Es würgte sie in der Kehle. Nein, es war nicht die Präsenz des Todes, die ihr Unbehagen verursachte. Es war etwas anderes. Etwas, was sie nicht definieren konnte.“

Die menschlichen Tiefen können Ausmaße erreichen, die kaum in Worte zu fassen sind. Nun, Koontz ist in der Lage genau dies zu tun. Jede Zeile des Buches versprüht eine Spannung, die kaum zu überbieten ist, und jedes Mal, wenn man als Leser denkt, dass man beginnt zu begreifen, wird man eines Besserem belehrt.

Man stelle sich eine vollkommen traumatisierte Frau vor, die immer und immer wieder mit ihren Geistern der Vergangenheit konfrontiert wird, obwohl diese eigentlich tot sein müssten. Oder auch nicht? Eine sehr kluge und dazu eine äußerst rationale Frau, eine Frau der Wissenschaft, die auf einmal alles in Frage stellt und in der ständiger Angst lebt, den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren. Wem kann sie trauen? Kann sie sich überhaupt noch selbst trauen? Auf jeden Fall fiebert man jede Minute mit dieser tapferen Frau mit.

Es drängt sich die Frage auf, ob das nicht ein mittlerweile sehr verbrauchter Thriller-Plot ist, bei dem man sich denkt, gut, schon mal gelesen, brauche ich nicht zum hundertsten Mal. Und ja, zu Beginn wirkt es wirklich so, aber es ist ein Kunststreich des Autors, welcher dafür sorgt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte und immer wieder aufs Neue überrascht wird. Nichts ist so, wie es scheint. Und selbst wenn man das Ende erfahren hat, muss man sich selbst noch eine Weile gedanklich sortieren, weil die einem aufgezeigten Irrwege auf eine so unvorhersehbare Weise logisch werden, dass man nach dem Lesen kurz innehalten muss.

Also insgesamt ein mehr als gelungenes Werk, welches es Wert ist, gelesen zu werden. Es verspricht eine spannende Unterhaltung und vielleicht bekommt man als Leser auch eine kleine Gänsehaut.

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