Schüleraustausch mit Hindernissen im türkischen Balikesir

Wir haben an unserer Schule ein Schüleraustauschpogramm mit einer türkischen Schule in Balikesir (nähere Informationen gibt es unter „Austausch“ .Nachdem die türkischen Schüler vom 8.-17. November 2009 hier in Kamp-Lintfort bei Gastfamilien untergebracht waren, war es nun endlich so weit für die deutschen Schüler, vom 9.-16. April 2010 in die Türkei zu fliegen.

Nach einem dreistündigen Flug nach Istanbul und der  fünfstündigen Busfahrt zu unserer Partnerschule in Balikesir war es dann endlich geschafft. Wir wurden am Busbahnhof ganz herzlich von unseren Austauschschülern und ihren Familien in Empfang genommen, dabei war es gar nicht mehr so schlimm, dass es schon 1:00 Uhr in der Nacht war. Dann ging es nach Hause zu den Gastfamilien und erst einmal war "schlafen gehen" angesagt, wir waren ja schon seit 11:00 Uhr auf den Beinen.

 

Der erste Tag:

Nach einer kurzen Nacht trafen wir uns um 10:00 Uhr alle an der Schule zum gemeinsamen Frühstück und zum Unterhalten, da wir uns alle so lange nicht gesehen hatten.Dort merkte man das erste Mal den kleinen aber feinen Unterschied des Essens. Das Essen dort ist meist sehr reichlich und ziemlich scharf, dafür schmecken die weniger scharfen Sachen um so besser. Dann lernten wir ein bisschen die Freunde und die Unterrichtsgestaltung der türkischen Schüler kennen, der Unterricht dort wird ziemlich locker genommen und mit viel Spaß gestaltet.

Wochenende:

Am Wochenende hatten wir Zeit mit unseren Gastfamilien etwas zu unternehmen.Am Samstag gingen wir mit ein paar Freunden meines Austauschschülers (sein Name war Ali) die Stadt entdecken, wir schauten uns alte und wichtige Gebäude der Stadt an und gingen in ein großes Shoppingcentrer, dort aßen wir etwas und gingen danach Bowlen und Kartfahren, es war ein sehr bunt gestalteter Tag.

Am Sonntag gingen wir mit zwei anderen Gastfamilien in ein Restaurant essen. Doch bevor wir aßen, spielten wir mit den Vätern und den Austauschschülern Fußball.Nachdem wir sehr lecker gegessen hatten, ruhten wir uns noch ein wenig in den dort vorhandenen Hängematten aus.Danach besuchte ich mit der Gastfamilie noch Alis Tanten, die für mich leckeren türkischen Kuchen gebacken hatten.

Wochenanfang:  Montag:

Auf dem Programm stand eineTagesfahrt nach Bursa, der fünftgrößten Stadt der Türkei.Zuerst frühstückten wir in einem sehr bekannten Imbiss, es gab türkischen Toast, das ist das typische türkische Frühstück.Der Toast wird mit Käse und einer sehr scharfen Salami namens Sucuk belegt und in einem Toastgrill zubereitet.Später bekamen wir eine Führung an die bekanntesten Orte Bursas, das war leider nicht so schön und spannend , wie alle dachten.Zwar waren die Orte, wo wir waren, sehr schön, doch der Reiseführer konnte nicht sehr gut Deutsch und gab uns Informationen, die unwichtig und uninteressant waren, so wurde es schnell langweilig.Nach der Führung gab es MIttagessen, DÖNER, echten türkischen Döner und nicht in irgendeiner Dönerbude, nein, in dem Dönerladen, der den Rekord für den größten Dönerspieß der Welt hält.Es war lecker , doch auch dort leider zu viel.Auf der Rückfahrt schliefen alle im Bus, denn wir waren müde vom vielen Laufen geworden.

Dienstag:

Auf in die Schule: Dort arbeiteten wir an unserem Projekt "Kochbuch".Wir mussten an unserem Deutsch-Türkischen Kochbuch weiterarbeiten. An diesem Projekt arbeiten wir schon seit letztem Jahr. Bald ist das Kochbuch druckreif. Die Robert Bosch Stiftung hat uns großzügig während des gesamten Projektzeitraumes unterstützt. Das möchte ich an dieser Stelle einmal besonders hervorheben. Nach der Kochbucharbeit aßen wir dann zu Mittag und nahmen am Unterricht teil.

Mittwoch und Donnerstag:

Wir besuchten zwei Orte, die sehr bekannt in der Türkei sind. Das Trojanische Pferd und seine antike Stadt und den Fußabdruck des Teufels. Dann fuhren wir in ein Hotel zum Übernachten. Dieser Abend schweißte die ganze Gruppe noch einmal fest zusammen, was den bevorstehenden Abschied noch schwerer machen sollte.

Freitag:

Abschiednehmen, das wollte keiner, aber auf eine Art waren doch alle froh, wieder nach Hause zu kommen.Der Abschied war sehr schwer für alle, aber wir mussten  uns beeilen.Unser Flug war sehr früh, also fuhren wir um 5:00 Uhr morgens wieder 5 Stunden nach Istanbul zurück

Am FLughafen angekommen erfuhren wir dann die schlechte Nachricht - wir fliegen doch nicht, wegen der Aschewolke ging nichts mehr.Nun hatten wir ein Problem, wir waren 14 Kinder im pubertierenden Alter und eine Lehrerin mit zu wenig Geld für ein Hotel.Doch Frau Kas, der ich auf diesem Weg noch einmal danken will, bekam es dann doch hin, dass wir erst einmal in einem Istanbuler Internat untergebracht werden konnten !

Im Internat versuchten wir dann das Beste draus zu machen, also machten wir auch dort ein paar Ausflüge und blieben 3 Tage.

Nachdem  unsere Eltern uns das fehlende Geld überwiesen hatten, zogen wir in ein so genanntes Lehrerhaus, da im Internat keine Schlafplätze mehr frei waren, denn die einheimischen Schüler kamen am Sonntag wieder zurück von ihren Besuchen daheim.Im Lehrerhaus fühlten sich alle ziemlich wohl und  wir machten auch spontane Ausflüge in die Stadt oder an bekannte Orte.

Nachdem die Eltern von Deutschland aus alles organisiert hatten, wofür ich ihnen danken will, flogen wir dann doch am Mittwoch um 23:00 Uhr mit fünftägiger Verspätung Richtig Heimat.Alle waren heilfroh, wieder zu Hause zu sein und endlich wieder ihre Eltern in den Arm nehmen zu können.

Auch wenn wir alle festsaßen, war es toll, denn wir konnten somit auch noch ein bisschen von Istanbul entdecken.Ich danke allen, die uns geholfen haben und für die Gastfreundlichkeit der türkischen Familien.

Steven Hochstein  :)  14