UNESCO- Schülerin Lara Clow berichtet von ihrem Auslandsjahr in Illinois

UNESCO-Schülerin Lara Clow während ihres Auslandsjahrs in Illinois

Halbzeit ist angesagt! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge berichtet UNESCO-Schülerin Lara Clow von ihrem Aufenthalt in den USA, der über Rotary finanziert wurde.

Seit mehr als fünf Monaten lebe ich nun hier in den Staaten, in Illinois, abwechselnd bei verschiedenen Familien und genieße meine Zeit hier sehr. Ich hatte bereits eine Familie für vier Monate und bin gerade erst vor 1 1/2 Monaten zu meiner neuen Familie umgezogen.

Zurzeit habe ich zwei Gastbrüder und eine Gastschwester, mit denen ich mich super gut verstehe. Zwei Hunde und ein vegan/vegetarischer Lebensstil gehören auch noch zur Familie. Alles was man erlebt und gesehen hat, kann man leider nicht in einem Artikel zusammenfassen, jedoch versuche ich mein Bestes.

Das Highschool-Leben wird oft mit den typischen, klischeehaften Filmen verglichen; meine Highschool ist genau so eine. Morgens früh wird man von dem gelben Bus abgeholt und zur Schule gebracht, die Schulgänge sind voller Football-Spieler und Cheerleader, und es gibt einen riesigen Wirbel um Homecoming und Prom. Der Schulalltag an sich ist komplett anders als unserer: Die Schule fängt um 7:20 Uhr an und hört um 14:00 Uhr auf. Insgesamt hat man acht verschiedene Fächer und diese jeden Tag. Mein Stundenplan hat sich vor ein paar Wochen geändert, somit habe ich auch andere Fächer, z. B. Sport, Anatomy & Physiology, Algebra, Lesen, Fotografie, Kunst, Englisch, Deutsch und US-Geschichte. Ein Schulalltag für Schüler hier ist kein richtiger Tag ohne Training, unabhängig vom Wetter, ob 35 °C in der Sonne beim Football oder -15 °C beim Track & Field (Leichtathletik) oder 3 °C und Regen beim Lacrosse. Ich habe Cross-Country gemacht (Leichtathletik) und spiele gerade Water Polo (Wasserball), ein Sport kombiniert aus Handball und Schwimmen. Außerdem mache ich Martial Arts in Form von Hapkido. Hier in Amerika werden die Athleten und vor allem die Footballspieler sehr hoch angesehen, was bei uns total anders ist. Bei einem Footballspiel wird die ganze Aufmerksamkeit und Bewunderung auf die Footballspieler und Cheerleader gelegt und nicht auf die ca. 150 Leute der Band oder andere, die mindestens genauso bedeutend sind, die jeden Tag üben und üben für die vereinzelten Spiele. Wenn ich hier schon mal beim Thema Musik bin: Sehr viele Programme, die in der Schule angeboten werden, beschäftigen sich mit Musik und Kunst. So kann zum Beispiel jemand seine Leidenschaft für Theater oder Musik oder Fotografie ausleben. Viele Schüler erhoffen sich, durch Sport ein Stipendium für einen Collegeplatz zu ergattern, denn das College ist sehr teuer und man geht dort nach 12 Jahren Schule hin. Eine Information am Rande: ca. 90% gehen nach der Schule auf ein College, was ohne ein Stipendium ziemlich stressig und schwer für Schüler und Eltern ist.

Die Mehrheit der Schüler hat einen Job nach der Schule, um Geld für das College zu sparen.

Sicherheit und Schutz spielen eine große Rolle im Schulalltag. Ein Polizist ist den ganzen Tag vor Ort, alle Türen  sind nach Beginn und bis zum Ende verriegelt und rund 40 Kameras betrachten alles, was sich so abspielt. Das Verlassen der Schule ist untersagt, genauso wie das Aufhalten außerhalb der Klasse. Trotz allem gab es bereits 18 Schießereien in den Staaten, und es ist erst Februar!

Zur Ernährung in Amerika ist mir aufgefallen, dass man hier oft zu Fast Food-Restaurants geht, jedoch nicht zu denen, die wir in Deutschland kennen. Selbst unter den Schnellrestaurants gibt es viele Ketten, die gesünderes Essen als einen fettigen Burger verkaufen. Gerade in der Stadt, in der ich lebe, habe ich das Gefühl, dass die Menschen mehr auf ihre Ernährung achten. Das Problem ist aber, dass das gesunde Essen wie Gemüse und Früchte viel teurer ist, als das ungesunde Essen, was auch der Hauptgrund für Übergewicht bei Menschen ist, die weniger wohlhabend sind.

Der Schüleraustausch mit Rotary ist ein bisschen anders, als mit anderen Organisationen. Man wechselt nicht nur mehrfach die Gastfamilien, sondern unternimmt auch viel mit anderen Austauschschülern aus allen Orten der Welt und nimmt an zahlreichen Meetings teil. Ich bin sehr froh, dass ich so viele neue Leute kennengelernt habe, so tolle Erfahrungen gesammelt und so viel erlebt habe, obwohl es erst kurz nach der Halbzeit ist. Das erste Mal Thanksgiving feiern, Canada besuchen, eine Demonstration mitmachen, Snowboard fahren lernen, auf einen Roadtrip gehen, Homecoming erleben, Chicago sehen und vieles mehr. So einiges steht auch noch an: eine Westküstentour oder ein Halb-Marathon.

Ich bin überglücklich, dass ich mich für das Auslandsjahr entschieden habe, denn die Erfahrungen, die ich hier sammele und meine Erlebnisse haben mich verändert und gestärkt und werden mich sicherlich mein ganzes Leben begleiten. Ich kann den Schülern meiner Schule nur empfehlen einen Austausch zu machen, unabhängig vom Zeitraum oder Land.

Rotary International hat mir die Möglichkeit gegeben und ich bin überglücklich hier zu sein. Aber genauso freue ich mich auch wieder auf meine Familie, Freunde und auch auf die UNESCO-Schule. Vielen Dank an meine Familie, Freunde, Rotary-Mitglieder und Lehrer, die meinen Austausch möglich gemacht haben.