Erst wurde der Jugendroman „Blueprint“ im Deutschunterricht gelesen, dann sich die gleichnamige Verfilmung angesehen - Kübra Alicioglu (Jahrgang 9) schildert ihre Eindrücke im Vergleich.

Eine Rezension zu dem Film „Blueprint“

„Blueprint“ ist ein im Jahr 2003 veröffentlichter (Science-Fiction-) Film des deutschen Regisseurs Rolf Schübel. Die Verfilmung basiert auf dem Jugendroman „Blueprint-Blaupause“ (1999) von Charlotte Kerner. 

In diesem Buch geht es um Iris Sellin, die erfährt, dass sie an MS erkrankt ist. MS, auch „multiple Sklerose“ genannt, ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, also des Gehirns und des Rückenmarks. Die Krankheit beginnt meistens im frühen Erwachsenenalter.

Wegen dieser unheilbaren Krankheit möchte sich Iris Sellin klonen lassen, also durch eine künstliche Befruchtung ihre eigenen Gene an eine geklonte Eizelle völlig identisch weitergeben. Denn Iris fürchtet, dass sich ihr Leben aufgrund der Krankheit von einem zum anderen Tag drastisch verändern könnte. Iris Sellin ist eine schöne, bekannte und erfolgreiche Konzertpianistin und Komponisten; damit ihr Talent noch weiterlebt, während sie vielleicht schon mit dem Sterben ringt, ist für sie die einzige Lösung, den eigenen Körper durch das Klonen zu verdoppeln. 

Dabei entsteht die geklonte Tochter Siri Sellin, ein Blueprint (Kopie). Siri soll sich wie Iris entwickeln; das heißt, sie soll eine schöne, bekannte und erfolgreiche Komponistin werden. Jedoch bekommt dieser Wunsch der Mutter eine ganz andere Richtung nach verschiedenen Ereignissen, die das Leben der Tochter Siri sehr prägen. Beide, Mutter und Tochter, werden jeweils eine Beziehung haben, die sich jeweils sehr stark entwickelt, mit Höhen und Tiefen. Dabei entwickelt sich jedoch besonders die Hauptfigur Siri Sellin (gespielt von Franka Potente).

   

Meinung zum Film

Eher ruhig verläuft dieses Filmdrama. In diesem Film redet man nicht so viel, sondern man handelt eher. In diesem Film wird nicht nur das Leben als Klon in den Vordergrund gestellt, sondern auch die Musik. Denn Siri entsteht ja wegen der Musik: Siri soll das Klavierspielen lernen. Tochter Siri soll Komponistin werden, denn Mutter Iris ist ja eine Komponistin. Die Musik, die in dem Film läuft, macht die Handlungen spannender; das bringt dich als Zuschauenden dazu, immer mehr wissen zu wollen, was in der nächsten Szene passieren könnte. Außerdem bin ich der Meinung, dass die spannende Musik meistens am richtigen Platzt hinzugefügt wird. Ich finde, dass es eine sehr gute Kameraführung gibt; man hat viele verschiedene Perspektiven verwendet und das macht einen abwechslungsreichen Eindruck, zum Beispiel bei einem Konzert: Es gibt viele verschiedene Perspektiven auf die Pianistin. Zuerst wird Iris groß gezeigt am Flügel, wie sie spielt, und dann ihre Hände in Großaufnahme beim Spielen. 

Ich finde, das Leben von Siri als Klon vermittelt sich in den Musikstücken. Jedoch fehlen manchmal Hinweise, wie sich Siri fühlt, zum Beispiel als sie erfährt, dass sie ein Klon ist. Jedoch vermittelt sich trotzdem deutlich in dieser Verfilmung, wie es sein könnte, als ein Klon aufzuwachsen: Welche Ansprüche ein Klon hat, wie die Realität für einen Klon aussieht, welche Hindernisse einen Klon erwarten und, das Wichtigste, wie die Gefühle von einem Klon aussehen. 

Zum Thema Klonen habe ich keine gute Meinung. Ich finde, dass das Klonen etwas sehr Unnötiges ist, da es natürliche Wege gibt, ein Kind zu bekommen. Es gibt wichtigere Prioritäten im Leben einer kranken Person, als sich klonen zu lassen, damit ein Talent nicht stirbt. Das ist sehr unreif.

Pro- und Contra-Aspekte

Dieser Film spielt mit vielen Zeitsprüngen. Jedoch finde ich diese Sprünge in Zeit und Raum nicht so toll gemacht und sehr verwirrend. Denn wegen dieser Sprünge weiß man oft nicht so genau, in welcher Zeit man sich befindet. Was ich auch noch sehr verwirrend und sehr schlecht dargestellt finde, sind die Alterungsprozesse: zum Beispiel Daniela Hausmann, das Kindermädchen von Siri. Zu Beginn ist sie eine junge Frau im Alter von etwa 32 Jahren. Jedoch ist sie nach zwei Szenen schon ca. 40 bis 50 Jahre alt! Durch die vielen Zeitsprünge in die Vergangenheit und in die Zukunft sind die Veränderungen der Personen sehr verwirrend. Man verliert schnell den Überblick, was genau passiert ist. 

Es gibt viele Szenen, die in meinen Augen sehr unrealistisch geschauspielert sind, zum Beispiel die zwei Unfälle: Die kleine Siri ist einmal von einem Turm heruntergefallen oder als Siri sich selbst nach einem Konzert ihr Muttermal herausschneidet. Da gibt es keine Mimik, die den Schmerz ausdrückt, was die Szene automatisch sehr unrealistisch macht.

Jedoch gibt es nicht nur negative Aspekte, sondern auch positive. Ich finde, dass die jüngeren Schauspieler sehr talentiert sind und die Szenen, in denen sie mitspielen, sehr gut umgesetzt haben. Was mich auch noch sehr beeindruckt hat, sind die Szenen, in denen viele Menschen dabei sind, wie zum Beispiel bei den Konzerten von Iris. Sowas hinzukriegen ist sehr viel Arbeit und das zeigt, dass man sehr viel Mühe und Zeit in das Projekt hineingesteckt hat. Was mir an dem Film am besten gefällt, sind die Musikstücke. Diese sind nicht nur sehr gut gespielt worden, sondern zeigen auch, dass Siri und Iris begabt sind.

Kritik im Zusammenhang mit dem Buch

Da ich das Buch „Blueprint-Blaupause“ im Unterricht bei Herrn Belis und Herrn Grütjen schon gelesen hatte, habe ich natürlich eine andere Sichtweise auf diesen Film. Mir sind sehr viele verschiedene Aspekte aufgefallen, die meine Meinung zum Film geprägt haben. Ich hatte im Roman eine Vorstellung, wie die Personen aussehen könnten, da es bei manchen Charakteren im Buch kleine Beschreibungen gibt. Die Vorstellungen, die ich habe, passen sehr gut mit dem Film-Aussehen von den Charakteren zusammen. Das gefällt mir sehr. 

Jedoch gibt es einen Aspekt, der mir gar nicht gefallen hat. Viele Szenen aus dem Buch sind zwar im Film vorgekommen, jedoch haben sie dort als Szene eine ganz andere Bedeutung bekommen! Sowas finde ich nicht so gut, da das die ganze Handlung ändert. Somit haben das Buch und der Film zwar den gleichen Inhalt, nur in anderen Handlungen zusammengefasst. Nicht nur Szenen wurden verändert, sondern auch Charaktere: Figuren wurden ersetzt oder Personen, die in dem Roman eine wichtige Rolle haben, sind gar nicht im Film vorgekommen.

Mein Fazit

Würde man diesen Film angucken, ohne den Roman gelesen zu haben, würde mir der Inhalt gefallen. Jedoch kenne ich das Buch und aus diesem Grund habe ich auf dieses Filmdrama eine andere Sichtweise. Aus diesem Grund gefällt mir der Film nicht so sehr wie der Roman. Das Leben als Klon wird zwar vermittelt, trotzdem gibt es viele Aspekte, die mir nicht gefallen. Szenen werden in andere Richtungen verdreht. Wichtige Charaktere werden getilgt und in diesem Film spielten auch nicht die besten Schauspieler. Müsste man sich zwischen Buch und Film entscheiden, würde ich dir den Roman empfehlen, da du dort mehr Antworten bekommst, was der Grund ist, dass der Roman besser als der Film ist.

 

Kübra Alicioglu, Klasse 9b