Engagement in Kamp-Lintfort: Unesco-Schüler sammeln für die Tafel

(Rheinische Post, 18.2.2020 / Von Anja Katzke)
Fotos: UNESCO-Schule

280 Pakete Nudeln, 400 mal Reis, Haferflocken sowie Kartoffelprodukte, 300 Konservendosen und andere Produkte wie Süßigkeiten, Milch, Kaffee, Essig und Öl: Im Raum der Schülervertretung (SV) an der Unesco-Gesamtschule stapeln sich Kisten und Kartons, alle prall gefüllt mit Lebensmitteln. Die Schüler haben sie in einer konzertierten Aktion in nur zwei Wochen gesammelt – für die Lintforter Tafel. Die Tafel-Fahrer Peter Albrink und Christian Schmidt staunten sehr, als sich die SV-Türe öffnete. „Das erleben wir sonst nur in der Weihnachtszeit so. Und ganz selten von privater Seite“, lobten sie die Aktion der Gesamtschüler und luden Kiste für Kiste in den weißen Kastenwagen der Lintforter Tafel ein.

Im Januar hatte die Schülervertretung die Aktion kurzfristig ins Leben gerufen. Sie wurde zum Selbstläufer. „Wir leben heute im Überfluss. Die Leute werfen Lebensmittel, die sie übrig haben und nicht mehr benötigen, einfach weg“, sagen Schulsprecher Ruben Branco und Mitschüler Steven Groborz. „Viele kommen gar nicht auf die Idee, dass man die Waren auch der Tafel schenken kann.“ Die Schülervertreter informierten ihre Mitschüler über eine Durchsage über die geplante Aktion. „Wir sind außerdem in die Klassen gegangen, um für die Spendenaktion zu werben.“

In den Pausen konnten die Schüler ihre Spenden im SV-Raum abgeben. „In nur 14 Tagen kam so viel zusammen“, freut sich SV-Lehrerin Yvonne Giebel. „Es wurde jeden Tag mehr. Eine Mutter hat uns 60 Kilo Mehl und 25 Pakete Nudel vorbeigebracht.“ Die Mitglieder der Schülervertretung nahmen die Waren an, führten Listen und überprüften, ob die Lebensmittel auch haltbar sind.

Es ist nicht die erste Aktion dieser Art an der Kamp-Lintforter Gesamtschule. Bereits 2017 sammelten die Unesco-Schüler für die Tafel Lebensmittel. „Damals haben sich die Schüler in einer Projektwoche mit der Unesco-Agenda 2030 befasst. Besonders das erste Ziel, Armut in allen ihren Formen und überall zu beenden, fand bei den Schülern besondere Beachtung. Dass es in unserer Stadt eine Kindertafel gibt, einen Bus, in dem Kinder unserer Stadt etwas Warmes zu essen bekommen, hat unsere Schüler nachdenklich gemacht“, berichtet Schulleiter Jürgen Rasfeld.

Auch dieses Mal haben die Klassenlehrer mit ihren Schülern über die Bedeutung der Aktion gesprochen. „Wir haben darüber geredet, wohin die Spenden gehen, dass sie für obdachlose und arbeitslose Menschen gedacht sind. Und oft auch für Familien, in denen das Geld nicht bis zum Monatsende reicht“, betont Yvonne Giebel.

 

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