2 Tage Winterfestival 2015

Tanzen in Gummistiefeln

Bilder von unseren Schulfotographen // Text Von Gabi Gies, WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/tanzen-in-gummistiefeln-id11390136.html#plx521794225


Kamp-Lintfort. Winterfestival der Unesco-Schule begeisterte mit vielen kreativen und engagierten Auftritten. Zum Finale schallte noch einmal der Laga-Song durch die Stadthalle

 


Für Schulleiter Jürgen Rasfeld sind die traditionellen Festivalabende an der Unesco-Schule jedes Mal von Neuem ein Grund, stolz zu sein. „Da sieht man immer wieder, was für tolle Kinder man hier hat und was an der Schule geleistet wird.“ Ob Musik, Theater, Tanz oder Akrobatik: Das vor Kreativität und Engagement sprühende Winterfestivalprogramm der Unesco-Schüler wusste die Zuschauer am Mittwochabend in der Stadthalle durchweg zu begeistern. „Motivation und Begeisterung sind unser Potenzial“, so Rasfeld.


Rumpelstilzchen und der Prinz
Seit etwa zehn Jahren ist die bunte Revue einmal im Sommer und wie jetzt im Winter Bestandteil des Schulkalenders. „Bei uns wird das Fach Darstellen und Gestalten als Hauptfach angeboten. Außerdem haben wir zahlreiche Arbeitsgemeinschaften im Angebot“, so Rasfeld. „Was da über das Jahr erarbeitet wird, wollen und sollen die Kinder auch zeigen.“

Über 200 Schüler quer durch alle Klassen und Jahrgangsstufen wechselten sich auf der Bühne ab. Zum ersten Mal war in diesem Jahr auch die Europaschule als Partnerschule mit im Boot. Gemeinsam mit der Unicef-AG der Unesco-Schule erzählten die Europa-Schüler mit wunderbar trockenem und hintergründigem Humor von einer ganz besonderen „Weihnacht im Kaufhaus“. In dem kleinen Theaterstück beleuchteten sie aus ihrer Sicht den Umgang mit Flüchtlingen vor ihrer eigenen Haustür.


Weihnachtsmannmützen auf, Musik ab: So wirbelte die Zumba-AG der Schule mit einer schweißtreibenden Choreografie über die Bühne und erntete dafür zu Recht jede Menge Applaus. Schon gewusst, dass das Cajon derzeit das meist verkaufte Instrument in Deutschland ist? Die Cajon-AG ließ hören, was der auf den ersten Blick so unscheinbare Holzkasten alles in sich hat.

Dass man in Gummistiefeln mitreißend tanzen kann, zeigte der Kurs Darstellen und Gestalten der 7. Klasse. Die Schüler erzählten die Geschichte des sogenannten „Gumboot Dance“, der Ende des 19. Jahrhunderte in den Goldminen rund um Johannesburg in Südafrika als Protest der schwarzen Wanderarbeiter gegen ihre katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen entstand. Gut gespielt ist halb gewonnen: Was Gretel, Rotkäppchen, ein eingebildeter Prinz und Rumpelstilzchen aus ein und demselben Gegenstand machen, erzählte ein Märchen der besonderen Art der 9. Klassen.



Musik kam unter anderem von der Rock-AG und dem 12er-Jahrgang, der noch einmal wie erst Anfang der Woche bei der Verlegung der Stolpersteine das israelische Volkslied „Hevenu shalom alechem“ intonierte. Ganz tief in die Herzen der Zuschauer spielten sich am Ende die „L-Boys“, ein ganz frisches junges Lehrer-Schüler-Quartett mit Gitarre, Cajon, Posaune und Saxofon, entstanden aus der „Jump“-AG, einer Kooperation von Unesco-Schule, Forster-Gymnasium, Europaschule und Musikschule.

Finale zum Mitklatschen
Das Finale warf an diesem Abend noch einmal einen Blick zurück auf das in diesem Jahr alles beherrschende Thema in Kamp-Lintfort – die Landesgartenschau 2020. Und so hieß es am Ende von der Bühne von einem starken Schülerchor, dirigiert von der stellvertretenden Schulleiterin Helga Dylla, für alle zum Mitklatschen: „Wir woll’n ein Meer aus Blumen sehn ...“

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