Biologie Exkursionsbericht

Am 16.01.2015 gegen 8 Uhr standen die Bio-LK´ler der Kurse Jansen und Zöllner sowie die Grundkurse von Frau Grobenstieg und Frau Zöllner bereit, um in die Busse, die die angehenden Abiturienten zum Neandertalmuseum fahren sollten, einzusteigen. 

Auf die Schüler warteten zwei Programmpunkte an diesen Tag: Zum einen der Schädelworkshop, in welchem der Stammbusch des Menschen von den Schülern nach kurzer Einführung in die Materie rekonstruiert werden sollte, und zum anderen eine Führung durch die Ausstellung des Museums, welche einen gesamten evolutionären Überblick des Menschen bot. 

Der Bio-LK und der Grundkurs Frau Zöllners nahmen zuerst an die Führung durch das Museum teil.                         Unsere Museumsführerin war eine junge Archäologin mit der Fähigkeit uns ihr beachtliches Wissen kurz und kompakt zu vermitteln. So begann die Führung mit den Fragen, worin der Unterschied zwischen dem Knochenfund vom Neandertal und unserer heutigen Anatomie des menschlichen Körpers bestehe und was sich ein Anthropologe fragt oder anschaut, wenn er sich mit Knochenfunde beschäftigt. Kurz gefasst liegt der Unterschied zum heutigen modernen Menschen in dem massiven Knochenbau  des Neandertalers  und in der Anthropologie  werden zum einen die Skelette und Knochen auf Ähnlichkeiten und Unterschiede in Augenschein genommen, zusätzlich wird aber auch nach dem Alter und Geschlecht des Individuum gefragt sowie dem Alter des Knochenfunds selbst.

(Bild1)                                                                                         

Weiter ging es mit den Evolutionstheorien von Darwin und Lamark, wobei das christliche  Zeitalter, in dem Darwin seine Theorie entwickelte, betont wurde.                                                                                   Im Anschluss daran schauten wir uns  Aspekte der Evolution des Menschen an:

Aufrechter Gang -  wie kam es dazu? 

Der aufrechte Gang beruht zunächst auf die Savannentherorie, welche besagt, dass mit der Rückbildung des Urwalds in Afrika die dort lebenden affenähnlichen Baumbewohner ihr Habitat in die Savanne verlegten und dort im Laufe der Zeit den aufrechten Gang entwickelten. Die Vorteile des aufrechten Gangs sind unter anderem Hitzevermeidung, weniger Energieaufwand für das Laufen und durch die Größe wirkt er bedrohlicher für andere Säugetiere. 

Diese Theorie ist allerdings widerlegt und wurde von der Wasser-Habitaten-Theorie abgelöst. In dieser wird der aufrechte Gang als eine Art Notwendigkeit für das Überleben an Flüssen beschrieben. Vergleicht man Affen, die aufrecht durch Flüsse waten, kann man sich vorstellen, dass viel Aktivität auf zwei Beinen - zum Beispiel Fische fangen und zum Ufer bringen - geradezu zu einem aufrechten Gang führen müsste. 

(Bild2)      

Stammbusch des Menschen, sowie später die Auswanderung Homo Erectus 

Spaltung der Gattung Australopithecus (hellgrüne Spalte) und Paranthropus (dunkelgrüne Spalte). Der entscheidende Unterschied ist, dass Australopithecus - mit feinem Gebiss und Knochenbau - und Paranthropus, mit robusten Gebiss und Knochenbau - sich aus einem gemeinsamen Vorfahr bzw. der Paranthropus sich aus dem Australopithecus entwickelte. 

Der Verlauf des Stammbuschs zeigt, dass der Paranthropus (dunkelgrün) ausstarb und der Australopithecus (hellgrün) sich  womöglich zum Homo entwickelte, welcher später in Form des Homo Erectus  auswanderte. 

Im Kontrast stehen zu diesem Zeitpunkt des Stammbusches Bioevolution und Kulturevolution. 

Die Kulturevolution ist definiert durch das Bauen und Benutzen von Werkzeugen (rote Spalten) während Australopithecus und Paranthropus noch zu der Bioevolution gezählt werden, da sie zum Beispiel ihr Gebiss zum Zerkauen der Nahrung oder keinen Speer zum Jagen benutzten. 

(Bild3)

Veränderung des Schädels, Gehirnvolumen und unsere Sprache

„Wir haben gutes Hören und Riechen im Vergleich zum Affen aufgegeben. Wir sind dafür aber kreativer im Denken, sowie Artikulation“  (Zitat der Museumsführerin)

Danach gingen wir zum Schädelworkshop und tauschten mit den anderen Kursen.

Schädelworksshop 

Kurz wiederholten wir den Stammbusch und klärten danach die Kriterien für die folgende Schädeluntersuchng:

- Schädelgröße = Gehirnvolumen  

- Schädelform,  Augenwulste

- Nase oder Schnauze 

- Jochbein; je größer/breiter, desto stärker waren auch Kiefer und Muskulatur zum Zerkauen der Nahrung.

- Kopf Kamm (nur bei Affenähnlichen ausgeprägt wegen des starken Kiefers und Kaumuskulatur) 

- Hinterhauptsloch, ist für den aufrechten Gang verantwortlich. Die Lage des Foramen magnum bestimmt,

  inwiefern das Individuum sich ausrichten konnte.

- Zähne; ausgeprägte Eckzähne und ein rechteckiger Gaumen sind affentypisch. 

  Menschentypisch sind ein parabelförmiger Gaumen und abgerundete Eckzähne.  

(Bild4)

(Bild5)

Jede Gruppe hatte vor sich drei Schädelexemplare liegen und sollte diese nach den gerade genannten Kriterien untersuchen und versuchen die Exemplare in den Stammbusch einzuordnen. 

Das Ergebnis wurde in der gesamten Gruppen vorgestellt, sodass der Stammbusch visuell dargestellt werden konnte. 

Ich persönlich fand den Schädelworkshop interessanter, als das Museum selbst. Die Führung durch das Museum war eine auffrischende Wiederholung. Der Schädelworkshop als praktischen Teil unserer Exkursion beeindruckte mich allerdings mehr, da ich Evolution sehen konnte. Der Unterschied vom Orrorin tugenensis vor 6 Mio. Jahren zum heutigen modernen Menschen ist durch den Stammbusch sichtbar geworden und das machte das ganze Thema interessant. 

Quellen

Bilder

1 http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fimg.morgenpost.de%2Fimg%2Fweb-wissen%2Fcrop101084139%2F6808721740-ci3x2l-w620%2Fneandertaler-gen-DW-Wissenschaft-Leipzig.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.morgenpost.de%2Fweb-wissen%2Farticle876739%2FAls-sich-Neandertaler-und-Mensch-trennten.html&h=413&w=620&tbnid=MOV8Ng-SYeUjpM%3A&zoom=1&docid=tymRRSQLJX4mGM&hl=de&ei=oK7PVIj1IMPbas7jgbgJ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=804&page=1&start=0&ndsp=19&ved=0CDUQrQMwBw

2 http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fthumbs.dreamstime.com%2Fz%2Fder-schimpanse-montiert-blumen-3-15945713.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fde.dreamstime.com%2Fstockfotos-der-schimpanse-montiert-blumen-3-image15945713&h=957&w=1300&tbnid=xROI4QSysxr7WM%3A&zoom=1&docid=ULI-Z4iPtQVSXM&itg=1&hl=de&ei=yrXPVKuQJ4fPaNHEgbAK&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=723&page=1&start=0&ndsp=18&ved=0CFYQrQMwEQ

3 Stammbusch , eigenes Foto 

4 http://www.evolution-mensch.de/thema/gehirn/gehirn.php

5http://de.wikipedia.org/wiki/Neandertaler#mediaviewer/File:Sapiens_neanderthal_comparison_de.png

Textquellen: 

Neandertalmuseum   http://www.neanderthal.de/

Savannentheorie         http://de.wikipedia.org/wiki/Savannen-Hypothese